Cuxlandpapier – gut gemeint, aber nicht ganz zu Ende gedacht!

Das Cuxlandpapier ist im Prinzip eine unterstützungswürdige Sache, die Probleme und Herausforderungen unserer Kommunen im Landkreis aufzeigt und zugleich viele gute Lösungsansätze und Lösungsvorschläge nennt.

Wir von den Grünen denken jedoch, dass die Probleme unserer Region insgesamt übertrieben werden – wir sind nun mal nicht Hamburg, Bremen oder Oldenburg. Wir sollten uns auf unsere Stärken besinnen. Es muss nicht aus jedem landwirtschaftlich geprägten Raum eine Industrieregion gemacht werden. Außerdem wird in dem Papier zu sehr auf Wachstum gesetzt, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken, was wir anders sehen. Wachstum ist in einer Welt begrenzter Ressourcen keine Lösung. Auch wird kritisiert, dass Finanzmittel für den ÖPNV zu Lasten des kommunalen Straßenbaus verschoben werden. Das ist einerseits verständlich, da auch Busse intakte Straßen brauchen, andererseits müssen die Busverbindungen auch geschaffen werden. Es muss dann auch gewährleistet sein, dass die Straßen instandgehalten werden, auf denen die Busse fahren, und nicht unnötige Straßenbauprojekte finanziert werden. Das würde uns im Umwelt- und Klimaschutz helfen.

So sehr wir Bildungsmöglichkeiten auf Hochschulniveau begrüßen, müssen wir doch darauf hinweisen, dass sie unsere hiesigen Arbeitsmarkt-Probleme nicht lösen. In Bremerhaven gibt es längst eine Hochschule. Der Löwenanteil der Absolventen verlässt unsere Region wieder, weil es an Arbeitsplätzen fehlt. Es gibt mehr gut ausgebildete junge Leute, als der Arbeitsmarkt aufnehmen kann. Da ist die Wirtschaft in der Pflicht, attraktive Arbeitsplätze zu schaffen und vor allem auch hier zu halten!

Über diese Punkte lässt sich gut streiten, da können beide Seiten gute Argumente vorbringen. Was jedoch maßgeblich für uns Grüne das Cuxlandpapier nicht zustimmungswürdig macht, ist die Befürwortung des Baus der A20. Hier ist von einer Stärkung der Wirtschaft die Rede. Prof. Dr. Peter Pez, Professor für Geographie an der Leuphana Universität in Lüneburg, führt dazu z.B. aus: „Eine Autobahn hat keine Zweckbestimmung und keine Bedeutung für ein regionales Wirtschaftswachstum. Ihre Bedeutung liegt im eigentlich „verkehrlichen Aspekt“ der Beschleunigung überregionaler Ziel – und Quellverkehre, sprich Transitverkehre. Da wir vorwiegend eine Dienstleistungsgesellschaft sind wirkt sich die erweiterte Erreichbarkeit für die Region negativ aus!“ Wir Grünen lehnen den Bau der A20 ab, er ist ökonomisch überflüssig und extrem schädlich für Menschen und Umwelt.

Deshalb können wir Grüne im Rat der Stadt Geestland dem Cuxlandpapier in der vorliegenden Form nicht zustimmen. Es wäre wünschenswert, bei dem Prozess der Entstehung des Papieres beteiligt zu werden, so dass für die Arbeitnehmer hier in der Region dringend notwendige Verbesserungen entstehen und mit der Natur verantwortungsbewusst umgegangen wird.

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