Chance vertan, ein Zeichen zu setzen

Unsere Stellungnahme (hier zum Download) gegen den Bau von Massentierhaltungsanlagen in Geestland wurde gestern im Rat der Stadt von der CDU Mehrheit abgelehnt. SPD, Grüne, Linke und die Bürgerfraktion stimmten für die Stellungnahme, Herr Bürgermeister Krüger hat sich enthalten. Somit hat die CDU die Chance vertan, ein Zeichen gegen Massentierhaltung zu setzen.

Dabei hat die Geestland CDU auch noch einen sehr schwachen Auftritt hingelegt, hat sie doch als einzige Begründung für die Ablehnung die Privilegierung der geplanten Ställe zwischen Bad Bederkesa und Drangstedt genannt. In der Stellungnahme geht es aber grundsätzlich um den Bau von Massentierhaltungsanlagen, und nicht um das konkrete Projekt. Außerdem läuft das Prüfverfahren im Landkreis noch und die Privilegierung steht noch nicht abschließend fest. Die CDU versucht mal wieder die Verantwortung wegzuschieben, um nicht klar Stellung beziehen zu müssen.

Herr Bürgermeister Krüger hat es auch mit Ablenkung versucht und das konkrete Projekt hervorgehoben, besonders das geplante Blockheizkraftwerk, welches zusammen mit den Ställen errichtet werden soll. Darum geht es in der Stellungnahme aber nicht.

Dann kamen noch Argumente, dass die Stellungnahme jetzt nur wegen den geplanten Ställen auf den Tisch kommt und dass es doch nichts bringt, hier was zu beschließen, was dann wieder vergessen wird. Lieber sollten wir über Natur- und Tierschutz diskutieren. Das war auch wieder nur Ablenkung. Natürlich ist es eine gute Idee, Natur- und Tierschutz mehr Aufmerksamkeit zu schenken, aber klar gegen Massentierhaltungsanlagen Stellung zu beziehen, wäre ein guter Anfang gewesen und schließt weitere Diskussionen und Ideenfindungen ja nicht aus. Natürlich müssen Verbraucher dazu bewegt werden ihr Kauf- und Konsumverhalten zu ändern und Landwirte müssen ein gutes Auskommen haben, aber irgendwie muss man mal anfangen. Und wer wäre da nicht besser geeignet als die politischen Vertreter? Sollten sie nicht damit anfangen und klare Kante zeigen? Daraus könnte mehr erwachsen und schließlich sind wir die gewählten Vertreter der Bürger. Es wird sich zu oft zu einfach gemacht und die Verantwortung auf die Bürger/Verbraucher geschoben, das muss aufhören.

Etwas Gutes hatte die Einreichung der Stellungnahme, es wurde in der Ratssitzung mal wieder heftig debattiert. Und wenn das Thema Massentierhaltung somit jetzt wieder mehr Aufmerksamkeit erlangt und es ganzheitlich beleuchtet und diskutiert wird, dann bleibt zu hoffen, dass sich in Zukunft was ändert.

Mit grünen Grüßen und für ein grüneres Geestland,
Ihr Dr. Christian Wolf

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